Seit Bestehen des Krankenhauses verfügt Hohenlind über eine eigene Krankenhausapotheke.Im Laufe der Zeit haben sich die Aufgabenfelder stark verschoben. Zu Beginn stand die Eigenherstellung wie z.B. Infusionslösungen, Pillen, Zäpfchen, Säfte stark im Vordergrund.
Heute bietet die Industrie eine Vielzahl von Fertigarzneimitteln an. Um diese möglichst günstig einzukaufen, hat sich unsere Hausapotheke einer Einkaufsgemeinschaft angeschlossen, in der 14 Krankenhausapotheken insgesamt 60 Krankenhäuser versorgen.
Beim Patientenaufnahmegespräch verwenden einige Kliniken des Krankenhauses Arzneimittel-Anamnesebögen, in die Arzneimittel eingetragen werden, die der Patient zu Hause einnimmt. Die Apotheke spricht Empfehlungen für eine Umstellung auf gleichwertige, in unserer Haus-Arzneiliste enthaltene Medikamente aus. Dabei wird die Medikation auch auf gravierende Wechselwirkungen überprüft. Die Hausliste enthält ca. 1.000 Arzneimittel und wird jährlich durch die Chef-/Oberärzte und Apotheker in der Arzneikommission aktualisiert. Eine öffentliche Apotheke muss wegen der Kassenrabattverträge eine sehr viel größere Menge wirkstoffgleicher Arzneimittel diverser Hersteller vorhalten. Die Krankenhausapotheke ist nicht an die Verträge gebunden und kann, wie oben erwähnt, austauschen (Beschluss der Arzneikommission).
Die Zubereitung von Zytostatika hat sich inzwischen zu einem wichtigen Aufgabengebiet entwickelt. Da die Dosierung ganz individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmt wird (aktuelles Körpergewicht und Blutbild werden hierbei immer berücksichtigt), ist eine industrielle Herstellung kaum möglich.
Eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Einheiten des Krankenhauses, die Zytostatika anwenden, ist selbstverständlich und unabdingbar, um bei Änderungen von Laborwerten umgehend reagieren zu können.
In einer nach den neuesten Sicherheitsauflagen errichteten Apothekeneinheit werden unter sterilen Bedingungen von Fachkräften der Apotheke Zytostatikakonzentrate in Infusionslösungen überführt, bzw. für die direkte Anwendung vorbereitet.
Dabei wird nach dem Vier-Augen-Prinzip gearbeitet: Neben der herstellenden Person kontrolliert auch die Assistentin die Korrektheit der notwendigen Dosis.
Seit Einrichtung einer Schmerzeinheit im Krankenhaus hat die Herstellung von Schmerzbeuteln für Schmerzpumpen das Aufgabengebiet der sterilen Zubereitung erweitert.
