Schilddrüsen-OP ohne Halsschnitt mit dem DaVinci Operationssystem

Köln. 29. März 2011. In Deutschland werden jährlich etwa 120.000 Schilddrüsenoperationen vorgenommen. Am Kölner St. Elisabeth-Krankenhaus hat jetzt der Chefarzt der Chirurgie, Prof. Dr. med. Christian Krieglstein, die deutschlandweit ersten Schilddrüsen-Operationen über die Achselhöhle mit dem DaVinci-Operationssystem erfolgreich durchgeführt. Zwei Frauen wurden einmal links und einmal rechts tumorverdächtige Knoten der Schilddrüse erfolgreich entfernt. Der Zugang für den Operateur erfolgte lediglich über einen 5-7 cm großen Schnitt in einer Achselhöhle. Die Patienten haben nach der OP keine Narbe am Hals und die 3-D-Optik und die Präzision des DaVinci-Systems ermöglichen ein absolut sicheres Verfahren mit einer optimalen Vermeidung einer Verletzung der Stimmbandnerven.

Das Verfahren kombiniert die Vorteile der offenen Operation mit denen des minimal-invasiven Vorgehens: minimaler Blutverlust, schnelle Erholung des Patienten, weniger Schmerzen und ein ausgezeichnetes kosmetisches Ergebnis. „Erstmalig können wir jetzt Schilddrüsenoperationen ohne Narben am Hals sicher durchführen,“ fasst Professor Krieglstein die Vorteile für die Patienten zusammen.

Professor Krieglstein ist seit vielen Jahren ein erfahrener Operateur in traditioneller und minimal-invasiver Schilddrüsenchirugie. Für das innovative Operationsverfahren mit dem DaVinci hat der Kölner Chefarzt ein spezielles Training in Paris absolviert und mit einem der europaweit führenden Experten, Dr. Benjamin Lallemant (Universität Niemes), zusammengearbeitet.

"DaVinci" steht für die modernste Entwicklung auf dem Gebiet der minimal-invasiven Chirurgie. Damit können minimal invasive Eingriffe mit hochauflösender 3-dimensionaler Präzision vorgenommen werden. Das System zur computerunterstützten Operation besteht aus zwei voneinander getrennten Einheiten. An der Steuerungskonsole bedient der Chirurg Pedale und zwei Joysticks, die in Form und Funktion Operationsinstrumenten gleichen. Die Konsole übersetzt die Bewegungen des Operateurs an ein weiteres Gerät. Dieses verfügt über vier Operationsarme, wovon einer eine hochauflösende Stereokamera hält und die drei übrigen die OP-Instrumente. Jede Bewegung, die der Chirurg an seiner Konsole nun ausführt, wird exakt auf die Operationsarme übertragen. "DaVinci" ist also kein selbständiger Roboter, sondern nur der Übermittler, der die Bewegungen des Chirurgen an der Bedienkonsole in höchst präzise Aktionen der Operationsinstrumente im Körper der Patienten umsetzt.

Weil dieser mechanische Operationsassistent völlig verwackelungsfrei arbeitet und mit den miniaturisierten Operationsinstrumenten auf engstem Raum hoch präzise gearbeitet werden kann, sind die Operations-Schnitte und damit Narben nochmals kleiner und gleichzeitig die Operation sicherer als bei herkömmlichen Verfahren, erläutert der Hohenlinder Chefarzt.

“DaVinci“ ermöglicht es dem Chirurgen trotz Schlüssellochchirurgie fast so zu arbeiten, als hätte er mit einem großen Schnitt eröffnet. Die Instrumente des “DaVinci“ verfügen über kleinste mechanische Gelenke, die man in ihrer Feinheit und Beweglichkeit schon fast als technische Wunder bezeichnen kann. Während der Operation werden an sie in allen Freiheitsgraden exakt die Bewegungen der Hände des Operateurs übertragen. Das OP-Feld sieht der Operateur dank einer Spezialoptik 3-dimensional und hat dazu die Möglichkeit der stufenlosen Vergrößerung des Bildes. So ist er in der Lage auch feinste Strukturen, wie z.B. den Stimmbandnerven und kleine Gefäße, sicher zu identifizieren um genau, gewebeschonend und mit minimalen Blutverlust zu operieren.

Eine Behandlung mit dem “DaVinci“ steht grundsätzlich allen Versicherten offen. Die individuellen Befunde des Patienten entscheiden darüber, ob der Einsatz des Gerätes sinnvoll ist. Interessierte Patienten melden sich bitte unter 0221/4677-1240 für die Schilddrüsensprechstunde (montags ab 13 Uhr) des St. Elisabeth-Krankenhauses an.

Das „DaVinci“ Operationssystem wird in Hohenlind auch erfolgreich für urologische Operationen (z.B. an der Prostata) eingesetzt. Namensgeber für das System ist der meisterhafte Anatom und Ingenieur Leonardo da Vinci, der eine unvergleichliche anatomische Genauigkeit und dreidimensionale Details einbrachte, um seine Erfindungen zum Leben zu erwecken.