Zusatzweiterbildung Spezielle Viszeralchirurgie

Ziel ist es, nach der obligatorischen Weiterbildungszeit das nötige Wissen und die operativen Fertigkeiten zu besitzen, um die Zusatzweiterbildung Spezielle Viszeralchirurgie erfolgreich mit Prüfung bei der Ärztekammer Nordrhein abzuschließen.

Die Zusatzweiterbildung Spezielle Viszeralchirurgie baut auf der Facharztweiterbildung Viszeralchirurgie auf. Der Nachweis der entsprechenden Qualifikation ist daher unbedingte Voraussetzung um diese Zusatzweiterbildung starten zu können.

Entsprechend dem nunmehr fortgeschrittenen Ausbildungsstand trägt der Assistent die - an der Weiterbildung gemessen - höchste Verantwortung. Die halbjährlichen Rotationen in den verschiedenen Stationen und in den Spezialambulanzen werden fortgesetzt. Auch wird Ihnen während jeder dieser Rotationen erneut eine Oberärztin bzw. ein Oberarzt als persönlicher Instruktor und Mentor zugeteilt. Orientiert an Ihren Fertigkeiten werden Sie an die im Zusatzweiterbildungskatalog vorgeschriebenen operativen Eingriffe zunächst durch Assistenzen und dann durch Operieren unter Anleitung herangeführt. Ziel ist es jetzt, dass Sie die bereits erlernten operativen Eingriffe komplett selbstständig durchführen können. Neue Eingriffe und Eingriffe höheren Schwierigkeitsgrades erfolgen dagegen grundsätzlich unter der Assistenz Ihres Instruktors.

Die Chirurgische Klinik verfügt über eine hervorragende Ausstattung an Ultraschallgeräten und führt ultraschallgesteuerte diagnostische und therapeutische Eingriffe in großer Zahl durch. Durch interne und externe Ausbildung werden Sie in diese Gerätschaften und Techniken so eingewiesen, dass sie diese selbstständig beherrschen. Unsere proktologische Spezialambulanz verfügt über einen voll ausgestatteten proktologischen Arbeitsplatz mit Spezialstuhl und Möglichkeit zur Prokto-/ Rektoskopie, Endosonographie sowie Sphinktermanometrie. Aus der einmal wöchentlich abgehaltenen Proktologischen Spezialsprechstunde rekrutiert sich auch ein Teil unserer Patienten für proktologische Operationen. Hier werden Sie aktiv an den Sprechstunden teilnehmen und nach Erreichen der notwendigen Expertise auch selbst Sprechstunden unter Aufsicht abhalten.

Im Bereich der flexiblen Endoskopie (Koloskopie, Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) besteht durch eine enge Kooperation mit unserer Klinik für Innere Medizin - Schwerpunkt Gastroenterologie - (Chefarzt Prof. Dr. med. Christoph Pohl) die Möglichkeit auch schwierigere endoskopische Verfahren, wie zum Beispiel das ENDOSPONGE Verfahren oder den Einsatz von OTS Clips zur Behandlung von Darmfisteln im Rahmen einer Anastomoeninsuffizienz zu erlernen. Die Endoskopieabteilung verfügt über 3 voll ausgestattete Eingriffsräume. Hier sind auch die diagnostischen und interventionellen Endoskopieverfahren mit höherem Schwierigkeitsgrad etabliert.

Als onkologische Schwerpunktklinik führen wir auch viszeralchirurgische Operationen mit höherem Schwierigkeitsgrad in großer Zahl durch. Die enge Zusammenarbeit mit der Gynäkologie (Prof. Dr. Daniel Rein) erklärt die außergewöhnlich hohe Frequenz von Multiviszeralen Resektionen. Wöchentlich findet dienstags eine interdisziplinäre Tumorkonferenz (Tumor Board) statt, bei der auch die Klinik für Gynäkologie Fälle mit erwarteter viszeralchirurgischer Unterstützung (Konsiliar-Operationen) besprochen werden.

Die Tatsache, dass die minimal invasive Chirurgie traditionell einen besonderen Schwerpunkt der Chirurgischen Klinik darstellt bringt mit sich, dass auch minimal invasive Eingriffe mit höherem Schwierigkeitsgrad erlernt werden können. Hierzu zählen Eingriffe bei Thoraxmagen, die Splenektomie, Adrenalektomie, Leberresektion, Pankreaslinksresektion und tiefe Rektumresektion.

Im Bereich der bildgebenden Diagnostik verfügt die Chirurgische Klinik über mehrere mobile C-Bögen, so dass intraoperative radiologische Befundkontrollen unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes regelmäßig durchgeführt werden. Die Radiologie (Chefarzt Dr. Jergas) am Hause setzt zwei MRT`s und ein CT zur Diagnostik und interventionellen Therapie ein. Hier besteht eine enge Kooperation in Indikationsstellung, Durchführung und Befundinterpretation über tägliche Röntgenkonferenzen. Gemeinsam führen wir Radiofrequenzablationen (RFA) von Lebertumoren in offener und interventioneller Technik durch.

Ziel dieser intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit ist die erfolgreiche Erarbeitung optimaler Behandlungskonzepte. Diese sind häufig multimodal und werden in unserer Klinik mit hoher Frequenz erfolgreich durchgeführt. Durch Kooperation mit dem CDT Strahleninstitut Köln sind sämtliche durch Leitlinien empfohlene neoadjuvante Behandlungskonzepte der Viszeralmedizin etabliert.

Die Chirurgische Klinik deckt damit die Weiterbildungsziele der Zusatzweiterbildung spezielle Viszeralchirurgie komplett ab. Als Besonderheit bieten wir für besonders engagierte Assistenten die Möglichkeit auch an externen Trainingskursen wie z.B. im Tierexperimentellen Institut der Universitätsklinik Bonn, am ETHICON ENDOSURGERY Trainingszentrum in Norderstedt oder am IRCAD in Strasbourg teilzunehmen. Unsere Klinik beteiligt sich regelmäßig an Studien zu klinischen Fragestellungen und Qualitätssicherungsprogrammen. Klinische und theoretische Forschungsarbeiten sowie die Präsentation der Ergebnisse an nationalen oder internationalen Meetings werden von der Klinikleitung unterstützt.


Evaluation

Zusammen mit dem Weiterbildungsbefugten führen Sie kontinuierlich den Dokumentationsbogen der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein. In diesem werden entsprechend der Weiterbildungsordnung regelmäßig Ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten in den entsprechenden Weiterbildungsinhalten dokumentiert und mit Bemerkungen versehen. Um Fortschritte Ihres chirurgischen Wissens und Ihrer operativen Fertigkeiten zu garantieren, werden Sie halbjährlich von Ihrem weiterbildungsbefugten Chefarzt und Ihren Instruktoren evaluiert. Ihr Einsatz und Ihre Performance in jedem Bereich der Weiterbildung müssen als genügend beurteilt werden, um zur nächsthöheren Ausbildungsstufe zugelassen zu werden. Zusätzlich werden Sie auch die Möglichkeit haben, Ihre Instruktoren zu beurteilen. In der Summe soll so sichergestellt werden, dass Ihre Ausbildungswünsche im Programm erfüllt werden. Die aktuelle Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein kann unter www.aekno.de eingesehen werden.

Begleitend sowie zum Ende Ihrer Weiterbildungszeit werden Sie vom weiterbildungsberechtigten Chefarzt und den Instruktoren über Ihre Möglichkeiten der Berufsausübung am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind oder an externer Stelle beraten. Wir hoffen, dass wir Sie so bei Ihrer individuellen Zukunftsplanung optimal unterstützen können.

Tabellarisches Curriculum Facharztweiterbildung Viszeralchirurgie, Chirurgische Klinik, St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind

1. Jahr 1. Stationsarzt Allgemeine Station
Mitwirkung bei QM, Fehler- und Risikomanagement
Indikationssprechstunde unter Aufsicht
Mitwirkung bei interdisziplinären interventionellen Verfahren wie radiologisch und radiologisch-endoskopischen Verfahren oder endosonographischen Untersuchungen Gastrointestinaltraktes
Instrumentelle und funktionelle Untersuchungsmethoden einschließlich Ultraschalluntersuchungen und Endoskopie, Spezialsprechstunden wie z.B. Proktologische Sprechstunde
Ösophagoskopie/Gastroskopie/Koloskopie /Endosonographie
Endosponge Verfahren, OTS Clip Verfahren
1. Assistenzen bei Operationen höheren Schwierigkeitsgrades
Minimal invasive und ambulante Eingriffe selbstständig
Proktologische Eingriffe unter Anleitung
Eingriffe an Dünndarm / Dickdarm / Rektum unter Aufsicht
2. Jahr 1. Stationsarzt Allgemeine Station
Mitwirkung in der Ethikkommission und der Palliativmedizin
Indikationssprechstunde selbstständig
Komplexe endoskopische, laparoskopische und minimal-invasive Operationsverfahren
Erhebung intraoperativer radiologischer Befundkontrollen unter Berücksichtigung des Strahlenschutzes
Operationen höheren Schwierigkeitsgrades unter Anleitung
Minimal invasive, proktologische und ambulante Eingriffe selbstständig
Eingriffe an Magen / Leber / Nebenniere / Milz unter Aufsicht
3. Jahr 1. Stationsarzt Allgemeine Station
Mitwirkung beim OP- und Stationsmanagement
Indikationssprechstunde selbstständig
Interdisziplinäre Indikationsstellung zu gastroenterologischen, strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Behandlungsverfahren inklusive neoadjuvanten Verfahren und Verfahren mit intraoperativer Bestrahlung
Operationen höheren Schwierigkeitsgrades unter Anleitung
Minimal invasive, proktologische und ambulante Eingriffe selbstständig
Eingriffe an Pankreas und Ösophagus unter Anleitung

CFKBefugnisWeiterbildungFacharztViszeralchirurgie.pdf (220KB)
Befugnis der Ärztekammer Nordrhein "Facharztweiterbildung Viszeralchirurgie"