Teilnahme an klinischen Studien

Wozu klinische Studien?

Die Therapie von Krebserkrankungen entwickelt sich stetig weiter. Die Wissenschaft entwickelt neue Wirkstoffe und erprobt bekannte Medikamente in neuen Kombinationen. Auch werden ständig neue Therapien mit den älteren, etablierten Behandlungsformen verglichen, um Nutzen und Risiken zu bewerten. Dies geschieht im Rahmen klinischer Studien.

Um sicherzustellen, dass die Teilnehmer einer Studie eine sichere und ethisch einwandfreie Behandlung erhalten, muss jede Studie durch eine Ethikkommission freigegeben und beim zuständigen Regierungspräsidium angemeldet werden.

Zur Optimierung der Abläufe und Sicherstellung der optimalen Betreuung von Patienten, die im Rahmen von klinischen Studien behandelt werden, wurde 2016 am St. Elisabeth-Krankenhaus auch für die Patienten des Darm- und Pankreaszentrums Hohenlind das „Zentrale Studiensekretariat“ gegründet.

Das Darm- und Pankreaszentrum Hohenlind nahm und nimmt aktuell an den folgenden Studien teil:

Darmzentrum

nicht-metastasierter Darmkrebs: 

„CoAktiv“
Untersuchung der Wirkung von Sport bei Darmkrebs im Stadium II und III und adjuvanter Chemotherapie

metastasierter Darmkrebs:

„FIRE-4“
Diese Studie ist eine randomisierte Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit des seit langem bekannten Antikörpers „Cetuximab“, wenn man ich im Verlauf einer Krebstherapie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal einsetzt („Reexposition“) – jeweils zusammen mit einer Chemotherapiekombination.

„Koralle“ (Offizieller Titel: “Non-interventional study of Avastin® first-line in metastatic colorectal cancer”) 
Bei dieser Studie handelt es sich um eine sogenannte „Anwendungsbeobachtung“ oder auch Phase IV-Studie oder auch „NIS“: „NIS“ steht für „nicht-Interventions-Studie“, in der keine neuen Medikamente im Vergleich „getestet“ werden, sondern bei der eine bestehende zugelassene Therapie hinsichtlich ihrer Wirkungen und Nebenwirkungen „beobachtet“ wird. Für Patienten entsteht hierdurch ein erhöhtes Maß an Sicherheit.

In der „Koralle“-Studie werden fortlaufend die Wirkungen und Nebenwirkungen einer seit langem etablierten Antikörpertherapie (Wirkstoffname „Bevacizumab“, Handelsname „Avastin“®) bei metastasierten Kolon- und Rektumkarzinomen untersucht.
Dieses Medikament hat bereits seinen festen Stellenwert in der Behandlung dieser Krabsart. 

NIS CICERO (Offizieller Titel: „Prospective Observational Cohort Study to Describe the Use of Vectibix® in Combination With Chemotherapy in Routine Clinical Practice for Patients With Wild-type KRAS Metastatic Colorectal Cancer”).
Ebenfalls eine Anwendungsbeobachtung: Bei Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom mit Tumor-exprimierendem (nicht mutiertem) KRAS-Wildtyp werden die Wirkung und Nebenwirkungen des EGFR-Antikörpers Vectibix in Kombination mit FOLFOX zur Erstlinienbehandlung und in Kombination mit FOLFIRI zur Zweitlinienbehandlung, wenn bereits eine fluoropyrimidinhaltige Chemotherapie (ohne Irinotecan) als Erstlinienbehandlung gegeben wurde.

QoLiTrap (Offizieller Titel: „Nicht-Interventionelle Studie zur Erfassung der Lebensqualität bei Patienten mit metastasiertem kolorektalem Karzinom unter Zaltrap® Therapie“).
Anwendungsbeobachtung: Als primäre Fragestellung soll die Lebensqualität von Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom unter einer Therapie mit Zaltrap® in Kombination mit FOLFIRI in der täglichen Routine dokumentiert und analysiert werden.

KoloKlass (Molekulare Klassifikation von kolorektalen Karzinomen)
Prospektive Beobachtungsstudie: Untersucht wird, ob eine zusätzliche Erhebung molekularer Parameter bei unausgewählten Patienten mit kolorektalem Karzinom in der Routineversorgung eine im Vergleich mit der TNM-Klassifikation verbesserte Abschätzung der Prognose erlaubt.

Pankreaszentrum

Metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs: 

KÜPTAC (Offizieller Titel: “ML23024: Bedeutung kutaner Reaktionen für das Gesamtüberleben bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom, die eine Therapie mit Tarceva/Gemcitabin erhalten”).
Die Studie untersucht ebenfalls als „Anwendungsbeobachtung (s.o.)“ bei Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom bei der Therapie mit dem Medikament „Erlotinib“ den Zusammenhang zwischen kutanen Nebenwirkungen (also Nebenwirkungen, die die Haut betreffen) und dem Gesamtüberleben. Erlotinib ist ein für dieses Krankheitsbild zugelassener sogenannter „Tyrosinkinaseinhibitor“. Durch diese Studie erhoffen wir uns noch mehr Aufschlüsse über Wirkungen und Nebenwirkungen dieser Therapie.

OnkoTrakt
Diese Studie untersucht die psychische Belastung von Krebspatienten im Verlauf der ambulanten Chemotherapie – insbesondere können aus der Teilnahme Schlüsse gezogen werden auf die Notwendigkeit einer intensiven psychoonkologischen Begleitung.

Teilnahme von Patientinnen an klinischen Studien