Hochintensiver, fokussierter Ultraschall (HIFU) zur Prostatakrebsbehandlung

Das Karzinom der Prostata (Vorsteherdrüse) ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Alleine in Deutschland rechnet man mit mittlerweile 58.000 Neuerkrankungen bei 11.000 Todesfällen im Jahr. Etwa ein Viertel der Patienten mit Prostatakrebs entscheiden sich für eine externe Strahlentherapie, bis zu 40 Prozent dieser Anwendungen versagen jedoch in der Wirkung, was zu einem erneuten Tumorwachstum (Rezidiv) in der Prostata führt.

Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass ein Rezidiv mit Hilfe des hochintensiven fokussierten Ultraschalls (kurz HIFU) auch dann noch zerstört werden kann, wenn andere Behandlungsmethoden versagt haben. „Bis jetzt konnte diesen Patienten nur schwer oder gar nicht geholfen werden, durch HIFU besteht die Chance auf eine endgültige Heilung“, so Priv.-Doz. Dr. Michael Waldner, Chefarzt der Urologie am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind.

Als erstes Krankenhaus in der Region Köln/Bonn setzt das St. Elisabeth-Krankenhaus seit 2007 auf das innovative und moderne HIFU-Verfahren zur Behandlung bösartiger Krebstumore an der Prostata. Bei dieser High-Tech-Therapie wird das Skalpell durch hochenergetischen Ultraschall ersetzt und verkocht das Prostatagewebe mit dem Tumor.

Das Verfahren wird derzeit meist für ältere Patienten im frühen Krankheitsstadium und solche, die aus medizinischen Gründen (schwere Begleiterkrankungen) nicht operiert werden können oder eine Operation ablehnen, eingesetzt. Auch bei erneutem Tumorwachstum, wenn andere Therapieformen durchgeführt wurden und versagt haben, ist HIFU eine wirksame Methode zur Bekämpfung von Prostatakrebs.

Schonender Eingriff ohne Skalpell

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„Für die Behandlung ist keine Vollnarkose nötig, eine Spinalanästhesie ist vollkommen ausreichend. Der Patient liegt gut gepolstert mit angewinkelten Beinen auf der rechten Seite in einer Art Schlafposition. So kann die Behandlungssonde durch den Enddarm an die Prostata herangeführt werden.

Der Kopf der Sonde erstellt ein Ultraschallbild der Prostata und berechnet den zu behandelnden Bereich. Dann werden gebündelte Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel fokussiert. Am millimeterfeinen Brennpunkt, dem Tumor innerhalb der Prostata, entstehen Temperaturen von rund 90 Grad Celsius. Diese Temperatur reicht aus, um das Prostatagewebe mit dem Tumor punktgenau zu verbrennen“, so der Chefarzt der Urologischen Klinik des St. Elisabeth-Krankenhauses Köln-Hohenlind.

Die Therapie dauert zwischen einer und 2,5 Stunden. Bereits fünf Stunden nach dem Eingriff kann der Patient wieder laufen. Aufgrund der minimalen Belastung reicht ein kurzer, stationärer Aufenthalt von insgesamt drei bis fünf Tagen aus. Deutschlandweit bieten neben dem St. Elisabeth-Krankenhaus heute schon über 40 Kliniken, darunter renommierte Kliniken wie die Universitätsklinik Heidelberg und die Charité Berlin, diese schonende Therapieoption an.

„Viele unserer Patienten fragen selbstverständlich nach den eventuellen Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz“, berichtet Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Michael Waldner aus der täglichen Praxis. 99% der Patienten bleiben von einer starken Harninkontinenz verschont und bei fast 60% der Patienten bleibt nach dem Eingriff die Potenz erhalten, das zeigt die aktuelle Langzeitstudie. In der Urologischen Klinik des St. Elisabeth –Krankenhauses werden jährlich rund 200 Behandlungen bei bösartigen Tumoren der Prostata durchgeführt. Übergreifende Behandlungskonzepte aus Diagnostik, operativem Eingriff und eventuell notwendiger Chemotherapie runden das Angebot innerhalb dieses Spezialgebietes ab.

HIFU ist die geeignete Therapie:

  • bei lokalem und lokal fortgeschrittenem Karzinom, wenn die radikale Operation aus medizinischen Gründen oder auf Wunsch des Patienten ausgeschlossen wird.
  • wenn trotz Behandlung (Operation, Bestrahlung, Hormonbehandlung) ein Rezidiv (erneuter Tumor) auftritt.
  • wenn sich während der Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung herausstellt, dass zusätzlich eine Krebserkrankung vorliegt.
  • bei einer systemischen Erkrankung mit kleinen Tochtergeschwüren in Kombination mit der Hormonbehandlung.
  • zur lokalen Zerstörung von Krebszellen in der Prostata, die nicht mehr auf die Hormonbehandlung ansprechen.
  • bei Unverträglichkeit oder Nebenwirkungen der Hormonbehandlung.