Akutes Skrotum beim Kind

Was ist das Skrotum ?

Was bedeutet der Begriff „akutes Skrotum“?

Ein akutes Skrotum erkennt man anhand einer plötzlichen, meist schmerzhaften Veränderung des Hodensacks. z.B :

Typisch ist ein oft plötzlich einsetzender, massiver Schmerz im Bereich der
Hodensack-und Penisregion.

Was können die Ursachen eines akuten Skrotums sein?

Hodentorsion
Bei der Hodentorsion handelt es sich um eine plötzliche Drehung des Hodens und Nebenhodens mit Unterbrechung der Blutversorgung, wodurch ein Absterben des Organes bei nicht rechtzeitiger Versorgung die Folge ist.

Wie kommt es dazu?
Möglicherweise durch angeborene Anomalien oder einen stark beweglichen Hoden. Durch eine plötzliche Drehbewegung, oft im Schlaf, kommt es zu einer Rotation des Hodens, ähnlich wie der Klöppel einer Glocke.

Was können Sie tun?
Sofortiges Aufsuchen eines Urologen

Was kann Urologe tun?
Wenn der Arzt die Diagnose einer Hodentorsion gestellt hat, muß unverzüglich, das heißt innerhalb von 4-6 Stunden nach dem Ereignis eine Operation eingeleitet werden, da die Hoden nur auf diese Weise in ihre ursprüngliche Lage zurückgebracht werden können und dadurch eine Durchblutung wieder möglich ist. Je schneller ein Eingriff erfolgt, desto besser ist die Chance einer Organerhaltung!

Epididymitis
Bei der Epididymitis handelt es sich um eine Nebenhodenentzündung, die im Kindesalter, wenn auch seltener, schon einmal vorkommen kann.

Wie kommt es dazu?
Mögliche Ursachen sind Harnwegsinfekte, Abflußbehinderungen in der Harnröhre, ärztliche Manipulationen.

Was kann der Arzt therapeutisch tun?
Bei dieser Erkrankung gibt es die Möglichkeit einer

Orchitis
Die Orchitis ist eine Entzündung der Hoden, die am häufigsten während einer Mumpserkrankung auftritt, aber auch Folge anderer viraler Infektionskrankheiten sein kann. Auch diese Erkrankung kann die Anzeichen eines akuten Skrotums haben.

Welche Therapie kommt in Frage?
Die Therapie entspricht nach eindeutiger Diagnosenstellung durch den Arzt weitgehend den therapeutischen Maßnahmen wie bei der oben genannten Epididymitis.

Leistenbruch
Unter Leistenhernie versteht man den sogenannten „Leistenbruch“, der sich häufig durch eine Vorwölbung in den Leisten mit oder ohne Schmerzen bemerkbar macht.
Wenn der Bruchsack bis in den Hodensack hineinreicht, so spricht man von einer Skrotalhernie, oder auch „Hodenbruch“.

Der Inhalt des Bruchsacks besteht bei beiden Bruchformen meist aus Darmanteilen, kann bei Mädchen aber auch Anteile des Eierstocks und des Eileiters einschliessen.

Was ist die Gefahr bei einem Leistenbruch?
Es besteht die Möglichkeit einer Einklemmung der im Bruchsack befindlichen Darmanteile. Diese Einklemmung kann durch Unterbrechung der Blutversorgung des Darmes einen Funktionsverlust und das Absterben des Organs zur Folge haben.

Besonders bei Säuglingen besteht eine Einklemmungsgefahr , die zu einer lebensgefährlichen Komplikation führt!

Was ist die Ursache von Leistenbrüchen bei Kindern?
Der Ursache liegt entwicklungsgeschichtlich eine nicht verschlossene Verbindung zwischen Bauchfell und Hodensack zugrunde.

Was kann der Arzt therapeutisch tun?
Bei Kindern ist eine baldmögliche und bei Einklemmung sogar eine sofortige operative Versorgung anzustreben.

Stumpfes Hodentrauma
Der Begriff „Hodentrauma“ beschreibt eine Verletzung des Hodensacks. Die Ergänzung „stumpf“ gibt den Hinweis, das die Verletzung z.B durch Quetschung entstanden ist und nicht etwa durch scharfe, schneidende Gegenstände, die eine offene Wunde verursachen würden.

Das stumpfe Trauma zeichnet sich also mehr durch ein „innere" Verletzung aus.

Therapie:
Bei inneren Blutungen des Hodensacks werden die verletzten Strukturen operativ versorgt. Weitere Möglichkeiten sind Kühlen, Hodenhochlagerung, Paracetamol.

Punkt 1 bis 5 sind allesamt Erkrankungen, die einem akuten Skrotum zugrunde liegen können und bedürfen einer sofortigen fachärztlichen Diagnostik und Therapie!