Hodendrehung (Hodentorsion)

Krankheitsbild und Behandlung der Hodentorsion

Was versteht man unter einer Hodentorsion?
Eine Hodentorsion ist eine meist akut auftretende Verdrehung von Hoden und Samenstrang um die Längsachse, wobei zum Hoden führende, sowie vom Hoden wegführende Blutgefässe abgeschnürt werden. In den meisten Fällen genügt der Druck in den zuführenden Gefäßen noch, um weiter Blut in den Hoden zu transportieren, die vom Hoden wegführenden Gefäße sind jedoch in der Regel zusammengedrückt, so dass sich Blut im betreffenden Hoden staut, und keine Blutversorgung mit frischem Blut und so auch mit Sauerstoff und verschiedenen Nährstoffen, mehr gewährleistet ist. Dies führt, wenn es nicht schnell behoben wird, zum Absterben des Hodens. Vorwiegend sind Säuglinge und Kinder betroffen, selten jedoch auch Jugendliche und junge Erwachsene.

Wie kommt es zur Hodentorsion?
Bei angeborenen Entwicklungsveränderungen kann der Hoden beweglicher sein als normal, was eine Verdrehung begünstigen kann. Meist dreht sich der rechte Hoden im Uhrzeigersinn, der linke gegen den Uhrzeigersinn. Verursacht werden kann so eine Drehung durch eine plötzliche Bewegung wie z. B. beim Sport oder durch Gewalteinwirkung. Häufig tritt das Ereignis auch während des Schlafes ein. In ca. 50 % der Fälle tritt der Schmerz aus Ruhe heraus auf. Typisch ist, dass der Betroffene durch die starken Schmerzen im Hoden nachts geweckt wird.

Welche Krankheitszeichen treten auf?

Wie wird die Diagnose gesichert?

Wie therapiert man eine Hodentorsion?
Bei einer Hodentorsion ist die Zeit der Diagnosestellung von entscheidender Bedeutung. Bei den oben genannten Beschwerden sollte man sofort zum Arzt oder noch besser direkt in die nächste urologische Klinik gehen. Möglichst schnell sollte die Operation erfolgen, in der über einen kleinen Schnitt im Hodensack Hoden und Samenstrang wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgedreht werden. So ermöglicht man wieder die einwandfreie Blutversorgung. Zur Vorbeugung einer erneuten Hodentorsion werden beide Hoden durch eine Naht innen am Hodensack befestigt, so dass keine Drehung mehr möglich ist.

Wenn die Operation nicht allerspätestens 4 bis 6 Stunden nach Beginn der Schmerzen erfolgt ist, muss mit dem Absterben des Hodens gerechnet werden. In diesem Falle muss der Hoden entfernt werden.

Es gilt: Je schneller operativ behandelt wird, desto größer sind die Chancen, den Hoden zu retten. Bei einer Operation erst 12 Stunden nach Beginn der Schmerzen besteht nur noch eine geringe Chance, den Hoden zu retten. In der Urologischen Klinik des St. Elisabeth-Kranken-hauses Köln finden Sie immer eine schnelle und kompetente Hilfe.