Ausbau und Entwicklung

Von der Nachkriegszeit in die Gegenwart

Nachdem das St. Elisabeth-Krankenhaus kurze Zeit als amerikanisches, dann als englisches Militärlazarett gedient hatte, wurde es am 21.09.1945 mit einer feierlichen Wiedereröffnung für deutsche Patienten freigegeben.

Die ersten Nachkriegsjahre waren geprägt vom Willen zum Wiederaufbau. Als sei ein Alpdruck genommen, wurde mit froher Zuversicht die Arbeit aufgenommen, die allerdings nur sehr langsam voranging, denn es fehlte an Material und Arbeitskräften. Im Winter konnte wegen des großen Kohlenmangels bei minus 17 Grad nicht mehr geheizt werden. Trotz aller Schwierigkeiten stieg die Zahl der Patienten und die der Pflegetage.

Die Stadt Köln verkaufte im September 1945 dem Deutschen Caritasverband das an der Militärringstraße gelegene Grundstück mit einer Fläche von 70.858 qm. Dadurch wurde die Voraussetzung für einen zukünftigen Ersatzbau von Institut und Krankenhaus, aber auch für andere Neubauten geschaffen.

1949 war der Wiederaufbau beendet, der bauliche Vorkriegszustand hergestellt.

Am 09.02.1958 feierte man das 25-jährige Bestehen des Caritasinstituts und des St. Elisabeth-Krankenhauses. Beim festlichen Pontifikalamt predigte Kardinal Frings; Msgr. Mühlenbrock gab einen Überblick über 25 Jahre Hohenlind.

Nach der Phase des Wiederaufbaus begann nun die der Anpassung an die sich wandelnden Erfordernisse durch Neu-, Um- und Erweiterungsbauten, wobei die Planung und Bauleitung der Neubauten „Haus Maria“ und „Haus Lukas“ bei Architekt Bong lagen. „Haus Maria“, Wohnheim für Krankenschwestern und Krankenpflegeschülerinnen, wurde am 20.12.1959 mit einem Pontifikalamt durch Kardinal Frings eingeweiht. Die Bereitstellung von 60 Einzel- und 26 Zweibettzimmern ermöglichte den Umbau der Schwesternklausur, so daß 1960 allen Ordensschwestern ein Einzelzimmer zur Verfügung gestellt werden konnte.

1962 wurde das „Haus Lukas“, ein Wohnheim mit 45 Einzelzimmern für männliche Mitarbeiter des Krankenhauses, eingeweiht. Am 07.06.1963 begann das erste einjährige Seminar zur Heranbildung von leitenden Kräften für die pädagogisch-schulischen und verwaltungstechnischen Aufgaben im Krankenhaus. Für die Fort- und Weiterbildung standen 50 Einzelzimmer zur Verfügung.

Im März 1966 begannen die Arbeiten für die neue Küche, im Juli wurde die Personalcafeteria mit 116 Plätzen eröffnet.

Die Behandlungsbereiche der Augenabteilung und der urologischen Abteilung, die durch die Aufstockung des 5. Obergeschosses geschaffen worden waren, konnten 1967 in Betrieb genommen werden. Zur selben Zeit war die Modernisierung des Kü-chenbereichs abgeschlossen und das Tablettsystem eingeführt worden.

1969 konnten die zur Modernisierung des Labors und des Pflegebereichs nötigen Umbau- und Einrichtungsmaßnahmen – u.a. zur Einführung des Gruppenpflegesystems – beendet werden.

Der ehemalige Operationssaal der Urologie im 4. Stockwerk wurde zur Intensivstation mit 10 Betten umgebaut, und – mit den modernsten Überwachungsgeräten ausgestattet – am 01.09.1970 eröffnet. 1971 begann der erste berufsbegleitende Lehrgang zur Weiterbildung von Krankenschwestern und –pflegern zu Krankenschwestern und –pflegern für Anästhesie und Intensivmedizin.

Das St. Elisabeth-Krankenhaus wurde 1973 in der Rechtsform einer GmbH als Betriebsgesellschaft verselbständigt. Gesellschafter wurden der DCV e.V., Freiburg, und die AG für Anstaltskredit, Köln.

„Haus van Acken“, ein schlüsselfertig erstelltes Wohnheim für Krankenschwestern mit 128 Appartements, wurde am 16.01.1976 eingeweiht. 37 bisher vom Krankenhaus genutzte Zimmer wurden für das Institut frei. Sie wurden, ebenso wie der Eingangsbereich des Instituts, neu eingerichtet.

Das Caritasinstitut wurde in diesem Jahr rechtlich selbständig und erhielt den Namen „Fortbildungsakademie für Gesundheitshilfe Köln-Hohenlind GmbH“. Träger sind der Deutsche Caritasverband e.V., Freiburg und der Deutsche Katholische Krankenhausverband e.V., Freiburg.
1977 wurde das St. Elisabeth-Krankenhaus Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität zu Köln.

Umfangreiche Sanierungsarbeiten in den Funktionsbereichen des Krankenhauses begannen 1978.

Die Gesellschafter wechselten 1979: Anstelle der AG für Anstaltskredit trat der Diözesan-Caritasverband für die Erzdiözese Köln als Mitgesellschafter ein.

Nach der Verlegung einiger Verwaltungsräume wurden 1980 neben der neu errichteten Anfahrtshalle für Krankenwagen eine zentrale Notfallaufnahme und eine Unfallambulanz eingerichtet.

Im Krankenhaus begannen 1981 die Sanierungsarbeiten in den Operationsbereichen der Chirurgie und Gynäkologie. Beide Bereiche wurden durch die Einbeziehung des Lichthofes erweitert. Im September 1982 konnten in beiden Operationsbereichen Teilbereiche in Betrieb genommen werden.

Stetig gingen die Umbau-, Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten am Krankenhaus weiter.

Ab 1984 wurde die Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin in mehren Bauabschnitten umgebaut bzw. erweitert. Es wurden Räumlichkeiten für Techniken geschaffen, die es ermöglichen, die Patienten mit modernsten Anästhesieverfahren in Kombination mit einer den neusten Standards entsprechenden Intensivbehandlung zu behandeln.

In den Jahren 1989 bis 1991 wurde der Bereich der Patientenaufnahme umgebaut und erweitert, um so einen reibungsloseren Ablauf der Patientenaufnahme zu gewährleisten. Ebenfalls im Jahre 1991 erfolgte der Umbau der Küche.

Durch die Inbetriebnahme des CT im Jahre 1992 konnte das Leistungsspektrum der Radiologie des Krankenhauses erheblich erweitert werden.

Der stete Patientenzuwachs machte in den Jahren 1993 bis 1994 einen Umbau und die Sanierung der HNO-Klinik erforderlich.

Die Folgen der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen wurden nun auch beim Krankenhaus in knapper werdenden Geldmitteln spürbar. So stehen für alle Anschaffungen und Investitionen, die über den engen medizinischen Bereich hinaus notwendig und wünschenswert sind, um den Aufenthalt im Krankenhaus für Patienten und Besucher so angenehm wie möglich zu machen, kaum noch Mittel zur Verfügung. Um dem entgegenzuwirken und um das Ansehen des St. Elisabeth-Krankenhauses in der Stadt und seinem Einzugsgebiet zu erhalten und zu fördern, hat sich im Oktober 1993 der „Verein der Freunde und Förderer des St. Elisabeth-Krankenhauses in Köln-Hohenlind e.V.“ gegründet. Er möchte bei Privatleuten und Firmen um Mitgliedschaften und Spenden werben, um das beschriebene Ziel zu erreichen.

Eine Grundreinigung der Gebäudefassade des unter Denkmalschutz stehenden Krankenhauses wurde im Jahre 1996 vorgenommen. Dabei wurde ein sehr umweltfreundliches Verfahren (Pulverstrahlung) angewandt.

Anfang Mai 1996 konnte der neu geschaffene Empfangs-/Informations-Schalter in Betrieb genommen werden. Mit der räumlichen Trennung von Telefonzentrale und Empfangs-/Informations-Schalter kann der Service für Patienten und vor allem für Besucher – denen dort die erbetenen Auskünfte erteilt werden – weiter verbessert werden. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln des Fördervereins.

Im gleichen Jahr eröffnete das zum Park hin gelegene Patientencafé im Erdgeschoß seine Pforten. Den Besuchern stehen 75 Sitzplätze, aufgeteilt in Raucher- und Nichtraucher-Zone, eine kleine Außenterrasse sowie ein Kiosk zur Verfügung. Patienten und Besucher haben hier die Möglichkeit, in angenehmer Atmosphäre Kalt- und Warmgetränke, Kuchen und kleinere Speisen einzunehmen und sich mit kleinen Dingen des Alltags zu versorgen.

Erstmals fand am St. Elisabeth-Krankenhaus Köln-Hohenlind am 29. September 1996 ein „Tag der offenen Tür“ statt. Die breite Öffentlichkeit hatte die Möglichkeit, sich über das Leistungsspektrum des Krankenhauses zu informieren.

Am 03. Dezember 1996 wurde der erste Abschnitt des Erweiterungsbau nach einer feierlichen Einsegnung durch den Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner der Öffentlichkeit übergeben. Es stehen nun im Neubau zur Verfügung:

KG:
Bettenzentrale, Zentralsterilisation und Technik

EG:
Endoskopie mit Untersuchunsgräumen

1. OG:
je 1 OP für die Augen- und Urologische Klinik

2. – 5. OG:
je 18 Betten = 72 Betten mit Naßzellen, Räume für Ärzte, Untersuchung, Ent- und Versorgung, Patienten-Aufenthalt, Teeküche, Pflegearbeitsraum und WC-Anlagen.

Die Betten einer Station verteilen sich auf ein Einbettzimmer, vier Zweibettzimmer sowie drei Dreibettzimmer. Sie stehen der Gynäkologisch/Geburtshilflichen Klinik, der Chirurgischen Klinik, der HNO-Klinik sowie der Urologischen Klinik zur Verfügung.

Im umgebauten Teil des Altbaus wurden bereits im Februar 1996 29 Betten mit Naßzellen in Betrieb genommen. Diese verteilen sich auf die jeweils zugeordneten Abteilungen. Außerdem wurden zusätzlich Arbeitsräume, Umkleideräume etc. geschaffen.

Der Förderverein des Krankenhauses übernahm im Jahre 1998 komplett die Kosten von 192.000,-- DM für den Einbau eines Schlaflabors. Nunmehr können Patienten mit einem Schlafapnoesyndrom am St. Elisabeth-Krankenhaus behandelt werden.

1998 findet die Neugestaltung der Eingangshalle ihren Abschluß und die Patienten und Besucher gelangen durch eine nunmehr hell ausgeleuchtete Halle auf die einzelnen Stationen des Krankenhauses. Der ruhig plätschernde Brunnen und eine leise musikalische Hintergrundmusik vervollständigen das Eingangsambiente.

Am 19.02.2000 wird der neue Urologische Funktionstrakt im 1. OG mit einem Festakt in Anwesenheit von Weihbischof Jansen seiner Bestimmung übergeben. In den nach modernsten Erkenntnissen ausgestatteten Räumen findet auch der Lithotripter seinen endgültigen festen Platz.

In den Jahren 1999 und 2000 erfolgt die komplette Sanierung des vierten Obergeschosses im West- und Ostflügel.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses können seit dem 28.02.2000 ihr Frühstück und Mittagessen in dem zur Personalcafeteria umgebauten Albertus-Magnus-Saal einnehmen. Die helle und modern gestaltete Cafeteria bietet dem Personal die Möglichkeit, sich hier aus dem reichhaltigen Angebot ein Essen zusammenzustellen und von der Arbeit zu entspannen.

Am 12.04.2000 verzeichnet des St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind ein „Freudiges Ereignis“: Nach umfassender Modernisierung strahlt die Geburtshilfliche Klinik jetzt erheblich mehr Wohnlichkeit aus. Nachdem die Zimmer für die Wöchnerinnen schon vor längerer Zeit umgestaltet wurden, war nun die Renovierung des Kreisssaalbereiches – Eingangsbereich und vier Entbindungsräume – abgeschlossen. Zu den rd. 90.000,-- DM Gesamtkosten steuerte der Förderverein 80.000,-- DM bei.

Mit der Aufstellung eines multifunktionellen Durchleuchtungsarbeitsplatzes (DL) im Jahre 2001 wurde die Sanierung der Röntgenabteilung im Erdgeschoß abgeschlossen. Für die Patienten steht nunmehr eine Anmeldung zur Verfügung.

Um den Patienten die Aufnahmeformalitäten so schnell wie möglich, aber auch so angenehm wie möglich zu machen, wurde 2001 der Warte- und Patientenaufnahmebereich umgestaltet. Der Wartebereich ist großzügig, dem Tageslicht zugewandt und mit einer kleinen Kinderecke ausgestattet. Die einzelnen Aufnahmebüros ermöglichen eine ungestörte Erledigung der Aufnahmeformalitäten; die Intimsphäre bleibt aufgrund der Einzelbüros gewährt.

Am 01.04.2001 eröffnet im Erdgeschoß eine niedergelassene Praxis für Traditionelle Chinesische Medizin und somit kann auch dieses Gebiet – welches immer häufiger nachgefragt wird – am Krankenhaus angeboten werden.

Im gleichen Jahr, am 05.08.2001, nimmt die niedergelassene Gemeinschaftspraxis für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Dres. Braun, Strödter, Osterspey, Weber, in den dazu eigens hergerichteten Räumen im 1. OG, ihre Tätigkeit auf. Krankenhaus und Kardiologische Praxis arbeiten eng zusammen.

Im Herbst des Jahres 2002 beginnen die Ausschachtungsarbeiten für den zweiten Teil des Erweiterungsbaus im Südflügel, die Ende 2005 fertiggestellt sein sollen.

Seit dem 01.11.2002 sind zwei Chefärzte – mit unterschiedlichen Schwerpunktgebieten – in der Augenklinik tätig. Dies machte auch den dringenden Umbau der Augenklinik erforderlich. Nunmehr können die Patienten im 5. OG in hellen, zweckmässigen Räumen untersucht und behandelt werden. Im Erdgeschoß wird ein Augen-OP-Container aufgestellt. Dieser OP-Container entspricht den modernsten Standards der Augenheilkunde und ermöglichen somit ein größeres Leistungsspektrum dieser Klinik.

Im Spätsommer des Jahres 2003 kann ein Kernspintomograph in der Radiologie in Betrieb genommen werden. Wiederum trägt der Förderverein mit einen nicht uner-heblichen Betrag (100.000,-- €) zur Anschaffung dieses Großgerätes bei.

Am 16. März 2004 wird nach 1,5-jähriger Bauzeit die neue Notfallambulanz mit Liegendanfahrt durch die katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorger eingeweiht. Nun ist die Möglichkeit gegeben, die Patienten vollkommnen wettergeschützt anzufahren und unverzüglich in die sieben Untersuchungs- und Behandlungsräume zu transportieren. Die großzügigen Räume sind mit modernsten technischen Geräten ausgestattet und gewährleisten so eine noch bessere Versorgung der Patienten. Der Anbau dieser großzügigen Baumaßnahme paßt sich nahtlos in die bestehende Außenfassade ein.