Die Gründung des St. Elisabeth-Krankenhauses

Die Gründungsjahre 1927 - 1932

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„Der Deutsche Caritasverband erstrebt eine einheitliche Fortbildungsstätte für die caritative Gesundheitsfürsorge im deutschen Sprachgebiet, und zwar im Anschluß an ein mustergültiges, im Bereiche der stärksten Entwicklung des katholischen Krankenhauswesens zu errichtendes Krankenhaus. Der Fortbildungsstätte soll angegliedert sein eine Beratungsstelle, die allen deutschen katholischen Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge dient.“

Dies war die Zielsetzung des Deutschen Caritasverbandes im Oktober des Jahres 1927 für den Plan eines katholischen Fortbildungsinstituts für Gesundheitsfürsorge. Prälat Johannes van Acken, der Initiator dieses Vorhabens, faßte im „Wesen der Bauaufgabe“ zusammen: „Die Gesamtanstalt ist eine wissenschaftlich-praktische höhere Schule, vor allem für katholische Ordens-Krankenfürsorge, die bei eifrigster Förderung des Wissenschaftlichen und Technischen doch wesentlich auf der religiös begründeten Hingabe an die Nächstenliebe beruht.“

Bei Westdeutschlands größtem Krankenhaus sollte die klösterliche Prägung im Inneren und Äußeren nicht verlorengehen, sondern durch die Bauanlage um die Anstaltskirche, den Herzpunkt, gewahrt bleiben. So durfte bei aller rationeller und sparsamer Anlage des Baus und vor allem des späteren Betriebes das Nur-Technische, Kasernenhafte und Massenbetriebsmäßige nicht Platz greifen.

Die Fortbildungsstätte, die den Namen „Deutsches Caritasinstitut für Gesundheitsfürsorge“ erhielt, und das als Mustertyp geplante neue Krankenhaus schickten sich an, dem kaum gewonnenen, schon ausufernden Wohlfahrtsstaat ein Beispiel zu geben, wie die Kosten zu senken seien, ohne die Leistungsfähigkeit zu gefährden und über Jahrzehnte starken Einfluß auf die katholischen Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge auszuüben.

Zur Realisierung des Projektes beteiligte sich die Stadt Köln an der Beschaffung des Grundstücks durch einen Zuschuß, die Bereitstellung einer Bürgschaft und eine Zinsvergünstigung.

Die Einweihung des Krankenhauses fand mit einem Festakt am 29. Oktober 1932 statt.

Die Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, Hiltrup, die für die Pflegeaufgaben gewonnen werden konnten und deren Generaloberin, Mutter Elekta, wurden herzlich begrüßt. Oberbürgermeister Dr. Konrad Adenauer erblickte eine „providentielle Fügung“ darin, daß Planung und Bau des Krankenhauses zu einer Zeit begonnen worden seien, als noch ausreichend Geldmittel zur Verfügung gestanden hatten. Die Fertigstellung fiel jedoch in die Zeit tiefer wirtschaftlicher Depression.

Obwohl dieses Lehrkrankenhaus mit 550 Krankenbetten nicht zu vergleichen war mit einem „normalen“ Krankenhaus, konnte mit 8.000 RM Kosten je Bett deutlich unter den Kosten einer zur gleichen Zeit fertiggestellten Universitätsklinik geblieben werden.

Das neue Krankenhaus, wie es nun am alten, 16 Morgen großen Park des ehemaligen Antonitergutes lag, ließ die Betrachter zu Superlativen greifen:

„das größte Krankenhaus Westdeutschlands“
„ein Werk, das in Deutschland nicht seinesgleichen hat“
„Stadt für sich“
„Krankenhaus, wie es sein soll“.

Gelobt wurde durchgehend die Abkehr von Massensälen, die Unterbringung der Patienten in Zimmern mit überwiegend vier Betten, die Möglichkeit, große Liegeterrassen zu nutzen oder doch zum mindesten durch große Schiebefenster Frischluft zuzuführen. Gelobt wurde auch die schlichte und doch wohnliche Atmosphäre, die den Gesundungsprozeß wesentlich beschleunigen helfen sollte. Geringe Nachteile des Krankenhausbaues, wie die langen Flure oder eine gewisse Beengung der nach Norden liegenden Nebenräume der Stationen – bedingt durch das für den Bau des Krankenhauses zur Verfügung stehende schmale und langgestreckte Grundstück – werden mehr als aufgewogen durch die Vorteile der Südausrichtung der Krankenzimmer zum Park hin.