Krieg

Die Kriegsjahre 1939-1945

Im Institut ging der Lehrbetrieb ununterbrochen weiter, bis das Krankenhaus am 26.08.1939 von der Wehrmacht als Reservelazarett übernommen wurde. Das bedeutete u.a., daß alle Zivilpatienten entlassen bzw. verlegt werden mußten. Das gesamte Personal des Krankenhauses wurde vom Wehrmachtslazarett übernommen.

Die Umstellung forderte zwar „manch stilles Opfer“, wie eine Schwester schreibt, gelang aber reibungslos. Der Albertus-Magnus-Saal mit allen Vorräumen wurde als neue Station eingerichtet, so daß die Zahl der Betten sich auf 900 erhöhte. Der Lehrbetrieb an der Krankenpflegeschule, der Schule für technische Assistenz und der Diätschule wurde fortgeführt. Alle Kurse des Instituts wurden abgebrochen und die Schwestern zum Mutterhaus zurückgeschickt. Nach dem Frankreichfeldzug wurde das Krankenhaus zur Hälfte für die Zivilbevölkerung freigegeben.

Der erste schwere Luftangriff auf Köln in der Nacht vom 30. zum 31. Mai 1942 ließ die folgenden schrecklichen Ereignisse erahnen. Zunächst wurden die Kranken und Verwundeten bei jedem Alarm in den Keller gefahren, der als Luftschutzkeller eingerichtet worden war. Die Not in der Stadt nahm zu, in Hohenlind fanden täglich Speisungen für Hungernde statt. Die Angriffe wurden immer schwerer, so daß bauliche Veränderungen erforderlich waren: Von außen wurden starke Betonmauern um das Haus gezogen und mit einem Erdwall umgeben, die Kellerräume durch Quermauern gestützt, schwere Eisentüren an den Treppenaufgängen und in gewissen Abständen in den Kellerkorridoren angebracht. Ein großer Vorteil war die Unabhängigkeit des Krankenhauses von der Wasser- und Stromversorgung durch den hauseigenen Brunnen und einen Dieselmotor. Wegen der vielen Tagesangriffe wurden Operationsräume, das Labor und die Röntgenabteilung teilweise im Keller eingerichtet. Immer wieder mußten nach Angriffen die Fensterscheiben erneuert werden.

Das Schlimmste jedoch ließ auf sich warten. Am 17.10.1944 wurde das Internat beschädigt, und der Dachstuhl brannte ab. Ein Blindgänger durchschlug die Kirche. Mehr als 80 Bombentrichter wurden auf dem Gelände gezählt. Am 30.10.1944 begann der schlimmste Angriff, der Internat und Kirche schwer beschädigte, aber alle Wirtschaftsbetriebe glücklicherweise intakt ließ. Ein Pater sprach von der „Generalprobe zum jüngsten Gericht“. Das Krankenhaus – weniger stark beschädigt – konnte weiterhin Opfer der Luftangriffe aufnehmen, worin allgemein ein Fingerzeig Gottes gesehen wurde. Am 05.03.1945 besetzten die Amerikaner Köln und übernahmen Hohenlind als Kriegslazarett.