Mit Hilfe eines jährlich überarbeiteten Maßnahmenkatalogs erfolgen regelmäßig mikrobiologische Umgebungsuntersuchungen, Begehungen aller Klinikbereiche und hygienisch-technische Überprüfungen. Dies dient der Infektionsverhütung und der frühzeitigen Erkennung von evtl. Risiken in z.B. OP-Abteilungen, auf der Intensivstation, in Bereichen der direkten Patientenversorgung (Ambulanzen), der Zentralsterilisation, der Küche, bei der Wasserversorgung und im Reinigungsdienst.
Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Übertragung oder Entstehung von multiresistenten Erregern wie MRSA (Methicillin-Resistenter-Staphylococcus-Aureus). Eine Übertragung auf andere Patienten muss mit aller Entschiedenheit verhindert werden, da bei einer Infektion nur noch wenige Antibiotika wirksam sind. Man weiß, dass in Deutschland über 60 Prozent aller MRSA bereits ins Krankenhaus mitgebracht werden. Um diese Patienten zu identifizieren, führen wir bei stationärer Aufnahme ein risikoadaptiertes Screening durch. D.h. bei jedem Patienten, der ein Risiko für einen MRSA mitbringt (Altenheimbewohner, Katheterträger, Patienten mit chronischen Wunden, Dialysepatienten, Pflegebedürftige etc.), werden bei Aufnahme MRSA-Abstriche entnommen. Patienten, bei denen die MRSA-Besiedlung sehr wahrscheinlich ist oder die in ihrer Anamnese schon einmal besiedelt waren, werden bis zum Nachweis eines negativen Abstrichergebnisses prophylaktisch isoliert. MRSA-Träger werden konsequent isoliert, um eine Übertragung auf andere Patienten zu verhindern. Das Gleiche gilt bei Nachweis von anderen Problemkeimen.
Darüber hinaus verfügen wir über ein Informationssystem, welches dem behandelnden Arzt oder der Pflegekraft sämtliche mikrobiologischen Untersuchungsergebnisse liefert. Auf der Basis dieses Systems erstellen wir regelmäßig Statistiken zur Häufigkeit bestimmter Erreger und deren Entwicklung über die Jahre. Dies ermöglicht uns Aussagen, wie häufig Problemkeime mitgebracht wurden und wie viele bei uns im Haus aufgetreten sind. Dieses System liefert uns ebenso Informationen, auf welche Antibiotika die einzelnen Erreger resistent sind. Diese Resistenzstatistiken finden auch Eingang in unsere hausinternen Empfehlungen zur Antibiotikaprophylaxe sowie zur individuellen Antibiotikatherapie.
Daneben werden alle nosokomialen Infektionen von den jeweils behandelnden Ärzten an die Hygienefachkraft gemeldet. Zusätzlich werden vom Hygieneteam in wechselnden Abteilungen über einen mehrmonatigen Zeitraum Visitationen durchgeführt, um sicherzustellen, dass alle relevanten Infektionen erkannt und gemeldet werden. Außerdem nehmen wir an verschiedenen Surveillance-Systemen teil: Hand-KISS, ITS-KISS, Device-KISS sowie SARI.
All diese Informationen vergleichen wir regelmäßig mit den nationalen Referenzwerten. Dies ermöglicht eine Beurteilung darüber, ob die nachgewiesenen Infektionen in einem zu erwartenden Rahmen liegen, oder ob noch zusätzliche Anstrengungen unternommen werden müssen. Grundsätzlich ist es unser Bestreben, immer besser zu werden und unsere Infektionszahlen zu reduzieren.
